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Das Referendariat überstehen - 5 Überlebenstipps für dein Ref

Aktualisiert: 29. März


Referendariat überstehen

Das Referendariat überleben! Ist das aktuell deine Devise? Na, dann befindest du dich in bester Gesellschaft. Das Referendariat ist wohl eine der herausforderndsten Zeiten des Lehrerdaseins und lässt wirklich keine Gelegenheit aus, deine Kapazitäten bis aufs Äußerste zu belasten. Und es gibt zahlreiche Listen mit „Tipps und Tricks fürs Referendariat“, aber du bist gerade Lehrer:in im Vorbereitungsdienst und hast weder die Zeit noch die Buntstifte, dich durch langwierige Texte zu kämpfen. (Moment – ich muss mich korrigieren! Buntstifte hast du wahrscheinlich schon.) Also fasse ich mich kurz:



Meine 5 Überlebenstipps für dein Referendariat



Eine Doppelstunde „Me-Time“ in deinem persönlichen Stundenplan

Referendariat überleben

Reserviere dir eine feste Zeit in deinem Kalender, die du nur für dich nutzt. Eine Doppelstunde „Me-Time“ – 90 Minuten „Lasst mich alle in Ruhe“. Wähle am besten einen Tag, bei dem du weißt, dass dir die Einhaltung dieser Zeit gelingen wird. Bist du von der Sorte „Auf-den-letzten-Drücker“, dann ist der Sonntagabend wohl kaum realistisch für dich. Gehörst du zu den Anhängern von „Erst-die-Arbeit, dann-das-Vergnügen“ könnte deine Doppelstunde „Me-Time“ vielleicht ganz gut für den Sonntag passen. Wie auch immer, diese Zeit darf dir heilig sein.


Und wie du sie am Ende für dich gut nutzt, weißt du selber am besten.



Gesunde Pause

Referendariat durchhalten

Damit ist tatsächlich nicht das Kresse-Brot mit Radieschen gemeint, das du dir für deine Pausenbox einpacken sollst. (Wobei das ernährungstechnisch sicherlich auch nicht verkehrt ist!) Es geht mehr um die Qualität deiner kleinen Alltagspausen: Wenn du Pause machst, dann mach auch Pause.

Das Abendessen, bei dem du nicht nebenher Bilder von Waldtieren laminierst. Der Film, dem du folgen kannst, weil du nicht gleichzeitig die Rechtschreibhausaufgabe korrigierst. Das Telefonat mit einer guten Freundin, die dich akustisch einwandfrei versteht, weil du parallel keine Schülerlisten schredderst…

Gönn dir die Abwesenheit deiner To-do-Liste in diesen Zeiten. Ja, sie ist noch da. Ja, sie wird auch nicht kürzer. Aber nein, es tut dir nicht gut, keinen Abstand zu ihr zu gewinnen.


Lass es für diese kleine Pause gut sein!



Mathematische Grundformel für Alltagsunterricht 70 % = 100 %

Das Referendariat überleben

Das Referendariat ist die Zeit langer Listen und langer Nächte. Sehr, sehr langer Nächte… Es gibt immer etwas zu tun und fertig ist man nie. Und zusätzlich bist du als Referendar:in neu im Lehrer-Business und musst dich erst in das Zeitmanagement einer sinnvollen Unterrichtsvorbereitung einfinden. Um eine „gute“ Unterrichtsstunde zu erstellen, kann man auch mal bis nachts um 01:43 Uhr am Schreibtisch sitzen. Wie gut man dann selbst am nächsten Morgen drauf ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber ist das der Sinn des Ref-Lebens? Natürlich nicht!


Und wie macht man es besser?


Priorisiere in deiner Vorbereitung die Stunden oder die Sequenzen, die in irgendeiner Form bewertet werden. Wenn du da 100 % reinstecken willst und kannst, dann ist das wunderbar. Für deine Alltagsstunden dürfen 70 % vollkommen reichen. Und das tut es auch! Damit ist jetzt nicht gemeint, dass du prinzipiell die Sicherungs- oder Reflexionsphase in deiner Planung weglässt, weil sie ins letzte Drittel der Stunde fallen. Sondern, dass Bildkarten auch mal unlaminiert bleiben, kein extra Mini-Hörspiel für den Stundeneinstieg aufgenommen wird und nicht jedes Kind einen persönlichen Briefumschlag mit individualisiertem Arbeitsmaterial unter seiner Bank befestigt vorfindet…


Dir fällt Zeitmanagement in deiner Unterrichtsvorbereitung trotzdem schwer?

Der nächste Tipp baut genau darauf auf!



Stell dir einen Gong

Überleben im Referendariat

Folgendes Szenario: Es ist nachmittags, 15:32 Uhr und du willst für den kommenden Tag noch drei Unterrichtsstunden vorbereiten. Frage dich im Vorfeld „Wann will ich heute mit meiner Vorbereitung fertig sein? Und wie viele Stunden stehen mir dann noch zum Arbeiten zur Verfügung?“ Du hast jetzt einen Zeitrahmen, der dir Struktur bietet. Stell dir (je nach geschätztem Arbeitsaufwand) für jede einzelne Unterrichtsvorbereitung einen Gong, einen Wecker, dein Handy etc. Das wird dir helfen, dich zwischen den fünf verschiedenen Bildkärtchen zum Eichhörnchen oder den drei unterschiedlichen Einstiegsimpulsen zum Frühlingsbild zu entscheiden. Für eine Übungsstunde wirst du sicherlich weniger Zeit einplanen müssen, als für eine Einführungsstunde in ein neues Thema. Aber du weißt jetzt: In (zum Beispiel) 45 Minuten klingelt es. Dann will ich fertig sein.


Denn schließlich beendet der Lehrer die Stunde. Auch in der Vorbereitung!



Das Ref ist eine Gruppenarbeit: Hol dir Hilfe!

Überlebenstipps Referendariat

Es gibt sicherlich Momente, in denen du dich total alleingelassen fühlst mit all den Aufgaben und Anforderungen, die das Referendariat an dich stellt. Und du schaltest auf Überlebensmodus und blendest alles um dich herum aus. Vielleicht hilft das kurzzeitig zum Fokussieren einer Aufgabe, aber langfristig wird dir dieser Tunnelblick nicht gut tun. Darum: Schau dich um! Wen gibt es da noch?


Ach ja, du hast ja Freunde und Familie! Bitte deine Lieben, dich ab und zu mal rauszuholen aus deiner Arbeitshöhle. Und sag ihnen vorher, dass sie keine Ausreden von dir gelten lassen sollen, warum du jetzt doch nicht kommen kannst. Auch wenn es dich Überwindung kostet, unfertige Aufgaben liegen zu lassen, nimm an den schönen Treffen und Verabredungen teil. Sie werden deinen leeren Tank auffüllen und dir sowohl währenddessen und als auch im Nachhinein gut tun!


Wird es nach dem Referendariat besser

So, und wer ist da noch? Ah schön, es gibt nette Kolleg:innen! Und in der Regel sind die schon länger im Geschäft als du. Die kennen sich also aus. Frag doch mal, ob du Arbeitsmaterial von ihnen kopieren kannst oder ihnen eine Frage zu deinem Unterricht oder deiner Klasse stellen kannst. Jede und jeder von ihnen war selbst Referendar und hat es – so scheint´s – erfolgreich bestanden und überlebt. Und wahrscheinlich sind die Erfahrungen aus ihrer Vorbereitungszeit ebenfalls von viel Arbeit, Stress und Überforderung geprägt gewesen. Da hilft man sich untereinander weiter!


Und auch deine Seminargruppe kann eine wertvolle Unterstützung für dich sein. Ihr sitzt gerade alle in einem Boot und so eine Schicksalsgemeinschaft kann einem in der Seele gut tun, wenn dort andere sind, die dich verstehen und deine Situation nachvollziehen können. Tauscht euch offen und ehrlich aus. Es wäre schon äußerst verwunderlich, wenn du als Einzige:r das Referendariat irgendwie nur so mittelprächtig fändest!


Nach dem Referendariat Pause

Und zu guter Letzt: Auch ich kann dir im Referendariat weiterhelfen. Ich habe das Ref selbst als absolut herausfordernd erlebt und war wahnsinnig dankbar, dass mir kompetente Kolleg:innen geholfen haben, die Zeit des Referendariats zu überleben und gut zu bestehen. Mir liegt auf dem Herzen, die Ausbildungszeit für angehende Lehrer:innen neu zu denken und Alternativen zu den herausfordernden Umständen des Berufseinstiegs zu finden.

Fühlst du dich im Referendariat allein gelassen mit all den Aufgaben, Ansprüchen und Herausforderungen? Hast du viele Fragen, aber niemanden, der sie dir beantwortet? Fehlt es dir an Bestätigung, ob deine Unterrichtsplanungen so passen oder ob man das vielleicht ganz anders macht?


Was wäre, wenn du das Gefühl hättest, nicht mehr allein auf weiter Flur zu stehen? Wenn du regelmäßig Unterstützung bei der Planung deiner Unterrichtsstunden, bei deinem Classroom Manangement und allen Fragen rund um Schule und Unterricht bekommen würdest?


Mein Name ist Rebekka, ich bin Lehrerin, Autorin und Beraterin und unterstütze Grundschulreferendar:innen dabei, die Herausforderungen des Referendariats zu meistern. Ich biete ein spezielles Mentoring für Referendar:innen an, damit du gut begleitet und mit Zuversicht deinen Weg durchs Ref gehen kannst.


Klicke hier für mehr Infos:


Noch ein paar Worte zum Abschluss:


Mach dir bitte keine Illusionen. Diese Tipps sind erst nach meinem eigenen Referendariat entstanden und ich kann mich persönlich nicht zu denjenigen zählen, denen eine wunderbare Work-Life-Balance gelungen ist. Aber überlebt habe ich es! Und vielleicht gelingt es dir ja besser, denn die zwei Jahre sind lang und ein Leben neben der Schule existiert. Tatsächlich! Und es tut immer gut, ab und zu das Schulgelände physisch und psychisch zu verlassen und am Leben ohne Stundenplan, Gong und Gruppenarbeit teilzunehmen.


Alles Gute dafür!

Deine Rebekka




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