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Tippkarten Grundschule – So erstellst du gutes Differenzierungsmaterial

vor 14 Minuten
3 Min. Lesezeit

Tippkarten Grundschule

Tippkarten im Unterricht

Tippkarten in der Grundschule gehören zum Standardrepertoire einer guten Unterrichtsstunde. Und eigentlich scheint es auch nicht wirklich komplex, solche Tippkarten zu erstellen. Aber nicht überall, wo „Tipp“ draufsteht, ist auch „Tipp“ drin. Vor allem im Referendariat wird auf eine gute Differenzierung im Unterricht wertgelegt und darauf, dass Differenzierungsmaterial sinnstiftend und gewinnbringend eingesetzt wird.


Damit dies gelingt, schauen wir uns hier einmal die 5 grundlegenden Prinzipien guter Tippkarten an:

 

INHALTSVERZEICHNIS

 

1. Tippkarten als Differenzierung

Zu Beginn eine kurze Einordnung: Tippkarten gehören in den Bereich der qualitativen Differenzierung in der Grundschule. Das bedeutet, dass sie vor allem leistungsschwächeren Schüler:innen dazu dienen, den nächsten Schritt einer Aufgabe zu bewältigen. (Ebenfalls zur qualitativen Differenzierung gehören sogenannte „Sternchenaufgaben“, die für leistungsstärkere Kinder eine weiterführende, komplexere Aufgabe bereitstellen.)


Tippkarten Differenzierung

 

2. Tippstation als fester Ort im Klassenzimmer

Wenn Tippkarten ein regelmäßiger Bestandteil des alltäglichen Unterrichts sind, dann wissen die Kinder bald, wo sie Hilfe bei Problemen mit einer Aufgabe bekommen. Installiere also in deinem Klassenzimmer die Tippstation als einen festen Ort, an dem Tippkarten oder weiteres Hilfsmaterial regelmäßig zu finden ist. (Wenn du im Referendariat Tippkarten ausschließlich für Unterrichtsbesuche erstellst, werden die Kinder sie in diesen 45 Minuten wahrscheinlich nicht nutzen, da sie es einfach nicht gewohnt sind.) Ein fester Ort und ein geübter Umgang mit der Tippstation, wird das eigenständige Arbeiten der Kinder auch im Alltagsunterricht unterstützen.


Tippstation Grundschule

3. Tippkarten steigernd aufbauen

In vielen Fächern und Unterrichtsstunden bietet es sich an, die Tippkarten steigernd aufzubauen. Du hast beispielsweise 3 Tippkarten nebeneinander liegen, die mit 1. Tipp, 2. Tipp und 3. Tipp beschriftet sind:


Tippkarten Vorlage

Wenn den Kindern das Prinzip bekannt ist, so wissen sie bald, dass der erste Tipp noch sehr allgemein gehalten ist und nur den ersten Denkanstoß liefert. Der zweite Tipp geht dann schon mehr ins Detail und liefert einen konkreteren Anhaltspunkt. Und der dritte Tipp weist ziemlich direkt auf einen möglichen Lösungsweg hin, jedoch ohne die Lösung dabei zu verraten oder vorwegzunehmen.

Hier einmal ein Beispiel für mögliche Tippkarten im Mathematikunterricht, die man für Mustererkennung bei Rechnungsergebnissen verwenden kann:


Tippkarten Mathematik

 

4. Tippkarten sind keine Lösungskarten

Wie eben angedeutet: Auf Tippkarten darf nie bereits die fertige Lösung oder der ausformulierte Lösungsweg notiert sein. Die Denkleistung muss trotz Tipp immer noch von den Kindern selbst kommen.


So also nicht:


Tippkarten Unterricht

 


5. Tippkarten erstellen

In meiner Arbeit mit Referendar:innen sehe ich mir regelmäßig ihre erstellten Tippkarten an und stelle eines immer wieder fest: Das Design könnte vom Grafikdesigner stammen. Nur leider geht es darum nicht… Tippkarten sind vor allem für leistungsschwächere Kinder gedacht. Diese Kinder haben häufig Probleme, komplexe Sachverhalte zu verstehen, längere Texte zu lesen und Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Daher solltest du beim Erstellen von Tippkarten unbedingt darauf achten, sie nicht zu überfrachten:


  • Achte auf wenig Text und aussagekräftige Sätze.

  • Streiche unnötige Sätze und Formulierungen.

  • Verzichte auf „nette“ Bildchen und unnötige Symbole.

  • Nutze hilfreiches Bildmaterial oder Zeichnungen.

  • Achte auf klare Kontraste (schwarz – weiß).

 

Letzter Tipp meinerseits

Wenn du gerade im Grundschul-Referendariat steckst und dringend einen guten Tipp für deinen nächsten UB oder deine Prüfung brauchst, dann melde dich gerne bei mir. :)


Mein Name ist Rebekka, ich bin Lehrerin, Autorin und Beraterin für Referendare des Lehramts Grundschule, um sie während des Refs in fachlicher, didaktischer und pädagogischer Hinsicht zu unterstützen.


Sieh dir hier mein Beratungsangebot an. Ich begleite dich gerne ein Stück auf deinem Weg durchs Referendariat.


Und nun viel Freude beim Erstellen der nächsten Tippkarten!


Alles Gute

Rebekka



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Image by Janosch Diggelmann
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