Zeugnisausgabe Grundschule: 3 Ideen für einen wertschätzenden Jahresabschluss
- Rebekka Schuster

- 30. Juni
- 2 Min. Lesezeit

Der letzte Schultag ist klassischerweise auch der Zeugnistag. Alle sind aufgeregt, zappelig und warten sehnsüchtig auf den Gong in die Ferien. Aber halt! Da ist ja noch die Sache mit dem Zeugnis...
Also: Kinder hinsetzen lassen. Durch die Reihen gehen. Zeugnis auf den Tisch legen. Einpacken lassen. Wiedersehen sagen.
Oder?
Das Zeugnis ist schon eine zwiespältige Geschichte… Für die einen bedeutet es Glanzleistungen, Lob von den Eltern und 10 € von der Oma. Für die anderen bedeutet es Enttäuschung über unschöne Zahlen, die trotz aller Anstrengungen nun auf diesem Papier gedruckt stehen. Und Angst, wie wohl die Reaktion daheim ausfällt…
Das bedeutet also, dass die Zeugnisausgabe eben nicht nur nebenher geschehen darf, sondern dass da vor allem erst einmal die Erfolge im Mittelpunkt stehen und diese dann mit Applaus ein wenig gefeiert werden dürfen. Wie das geht?
Hier drei Ideen:
1. Das „Kinderzeugnis“
Achtung – kleine Warnung vorab – diese Idee bedeutet Mehraufwand...
Vor allem für jüngere Schüler:innen ist das Zeugnis ziemlich unverständlich. Daher die Idee, für jedes Kind ein kurzes „Kinderzeugnis“ zu schreiben. Die Betonung liegt auf kurz! Also eben nicht zu jedem Bereich, sondern mit genau einer Eigenschaft oder Leistung, die dieses Kind besonders herausragend beherrscht.
Beispiel:
„In Gruppenarbeiten sorgst du dich immer darum, dass wirklich jeder zu Wort kommt und achtest besonders aufmerksam auf alle deine Teammitglieder.“
„Die Art, wie du mit viel Gefühl und toller Betonung Gedichte auswendig vortragen kannst, ist wirklich bemerkenswert.“
„Du bist eine außerordentlich gute Turnerin und springst über den Kasten als wäre er eine Streichholzschachtel. Richtig toll!“
Ja. Das ist definitiv mehr Aufwand.
Aber dieses kleine persönliche „Kinderzeugnis“ mit dem Schwerpunkt auf eine besondere Stärke ist eine Form, in der wirklich jedes Kind positiv gewürdigt wird.
2. Das Zeugnisrätsel:
Bei der klassischen Zeugnisübergabe sitzen die Kinder nicht auf ihren Plätzen, sondern ihr trefft euch im Sitzkreis. Und anstatt die Zeugnisse nur auszuteilen, machst du ein kleines Raterätsel mit der Klasse.
Du liest das Kinderzeugnis, das ja ausschließlich eine Stärke des jeweiligen Schülers oder der jeweiligen Schülerin beinhaltet, ohne den Namen des Kindes laut vor. Alle dürfen sich nun melden und raten, zu wem dieses Zeugnis aufgrund der positiven Beschreibung passt. So bekommen auch alle Kinder einen Eindruck von den besonderen Eigenschaften ihrer Klassenkameraden.
3. Der Zeugnis-Spaß:
Und wenn nun das Kind erraten wurde, steht es auf, kommt zu dir und du überreichst ihm hochfeierlich unter dem Applaus aller Mitschüler:innen sowohl das Kinder- als auch das Jahreszeugnis. Was die ganze Sache dabei krönt, ist die Ansprache. Ich habe bei dieser feierlichen Übergabe einmal aus einer Laune heraus angefangen meine Erstklässler zu siezen. Und ich sag´s dir – das war ein Spaß! Wenn aus der Leni die „Frau Weinbecker“ und aus dem Paul der „Herr Hirschmüller“ wird, finden das die Kinder extrem lustig und merken auch irgendwie, dass hier etwas „Offizielles“ passiert. Aber in einem lockeren, entspannten Rahmen.
Ich empfehle dir: Probier´s aus! :)
In diesem Sinne verabschiedet sich nun die Frau Schuster und wünscht feierlich eine gute Zeugnisübergabe!




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